Australien - Karte1
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Jim Jim Falls: Erster Versuch

Am nächsten Tag brachen wir vormittags zu einem Bushwalk auf. Nachmittags stand der zweite berühmte Wasserfall des Kakadu National Park auf dem Programm, die Jim Jim Falls. Auch diese sind nur während der Trockenzeit erreichbar. Die Wanderung war schweißtreibend und anstrengend gewesen; wir sehnten uns nach einem Sprung ins Wasser. Und dann die Hiobsbotschaft: Ben hatte über Funk erfahren, dass der Zugang gesperrt worden war. Es habe einen Unfall gegeben. War es eine Krokodilattacke? Kurze Zeit später stellte sich heraus: Ein japanischer Backpacker war in dem See ertrunken. Er war bis zur Mitte geschwommen, wo ihn die Kraft verlassen hatte.

Sandy Billabong

Statt an den  Jim Jim Falls zu schwimmen suchten wir ein Zeltlager für die Nacht und erreichten Sandy Billabong zur Dämmerung. Nach dem Essen schlug Ben uns vor, im dem Billabong zu schwimmen. Tatsächlich sehnten wir uns nach Wasser, da es auf den Zeltplätzen keine Duschgelegenheiten gibt - nur Komposttoiletten. Andererseits wiesen am Wasser überall Warnschilder auf mögliche Salzwasserkrokodile hin. Wir waren skeptisch, doch Ben bestärkte uns darin, dass ein Bad kein Problem sei. So stimmten wir schließlich zu und gingen den sandigen schmalen Weg hinunter zum Flussufer. Der Mond erleuchtete die Szenerie.

Ben leuchtete das bewachsene Ufer mit einer Taschenlampe ab. In etwa 50 Meter Entfernung sahen wir zwei orangefarbene Punkte aufleuchten - ein Süßwasserkrokodil, meinte Ben, ihr könnt schwimmen gehen. Unser Misstrauen war dennoch groß und so blieben wir als Gruppe dicht beieinander nur wenige Minuten in Ufernähe im Wasser. Die Situation dieser schwül-warmen Nacht war unheimlich - leise plätscherten wir in dem unergründlich dunklen Wasser. Danach legten wir uns noch eine Weile auf den warmen kleinen Sandstreifen, lauschten der Stille, die nur durch das gelegentliche Sirren der Moskitos unterbrochen wurde und sahen in den Sternenhimmel.