Australien - Karte1
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Die Twin Falls

Am nächsten Morgen packten wir unsere Zelte zusammen und fuhren mit unserem Geländewagen Richtung
 Twin Falls. Die "Zwillings-Wasserfälle" gehören zu den Hauptattraktionen des Kakadu National Park und sind nur während der Trockenzeit erreichbar. Und auch das war kein Kinderspiel: Um die Wasserfälle am oberen Ende zu erreichen, kletterten und liefen wir bei 45 Grad Celsius und extremer Luftfeuchtigkeit.

Kletterpartie

Als wir glaubten, fast am Ziel zu sein, wartete die nächste Herausforderung: Auf das Plateau, von dem aus sich die Wassermassen herunterstürzten, gelangt man nur, indem man eine etwa vier Meter tiefe und 50 cm breite Felsspalte hinunterklettert. Vorsichtig tasteten wir mit unseren Füßen nach haltgebenden Felsausbuchtungen und stützten uns gleichzeitig mit unseren Händen rechts und links an den Wänden ab. In diesem Moment verdrängte ich die Notwendigkeit, dort auch wieder hochklettern zu müssen. Belohnt wurden wir mit einem herrlichen Ausblick auf die unter uns liegende Schlucht, an deren Ende sich die Wasserfälle in einen großen runden, von Sandstränden und Felsen umgebenen See ergießen.

Auf dem Plateau oberhalb der Wasserfälle befinden sich zudem kleine  Pools, die zum Schwimmen einladen. Wir schauten hinunter: Der  Fuß des Wasserfalls war unser nächstes Ziel und das hieß: Hinunterklettern, mit dem Auto an den Anfang der Schlucht fahren und den letzten Kilometer schwimmend zurücklegen. Ein anderer Zugang zum Fuße der Twin Falls existiert nicht. Und Krokodile? Warnschilder wiesen auf die Gefahr hin. Wir sahen ein Krokodilnetz im Fluss, das jedes Reptil problemlos hätte umgehen können. Ich fühlte mich in den Film "Crocodile Dundee" versetzt: Tropische Hitze, Insektenschwirren, grün bewachsene aufragende Felswände, die den Flusslauf umsäumten. Ben winkte ab.

No Worries

No worries, war seine Devise. Der Fluss ist sicher. Hier gebe es nur Süßwasserkrokodile. Während der Trockenzeit trocknen viele Flussläufe aus; zurück bleiben die so genannten Billabongs: Wasseransammlungen von sehr unterschiedlicher Größe, Rückzugsort auch für Krokodile...

Mir war ein wenig schaurig-mulmig zumute, als wir den Jim Jim Creek Richtung Twin Falls durchschwammen. Ich beruhigte mich: Jeden Tag schwimmen hier Backpacker entlang, die Touranbieter werden schon wissen, was sie tun.

Sicher gelangten wir zu den Wasserfällen und ich begann daran zu zweifeln, ob es die großen Echsen im Kakadu National Park überhaupt gibt. All diese Warnschilder erschienen mir übertrieben. Erfüllten sie nicht nur den Zweck einer spannungssteigernden Dekoration für Backpacker? Nun war ich bereits zwei Tage in diesem Gebiet und außer einer größeren Spinne war mir kein auch nur ansatzweise gefährliches Tier begegnet.